Am vergangenen Freitag hat sich die Betriebsratsspitze um Manfred Wulff, Herbert de Vries, Anja Schmidchen-Wilhaus, Friedrich Bernd-Albers und Arne Lübben mit den Europaabgeordneten Jens Gieseke und Dennis Radtke zum Stand der Elektroautos in Deutschland zusammengesetzt. Der Wunsch war mal direkt mit BR-Spitze und dem Geschäftsführer der IG Metall Thomas Preuß über Arbeitnehmer-Belange und Elektromobilität zu sprechen.
Jens Gieseke und Dennis Radtke wurden von Eike Holsten MdL, Wilke Held (CDU) und Jannis Kuper (Büroleitung Gieseke) begleitet.
Manfred Wulff begrüßte die neue geplante Förderung für kleine und mittlere Haushaltseinkommen, die ein neues Elektroauto kaufen. Hiervon könnte auch der ID.4 aus Emden profitieren. Die neue Kaufprämie soll rückwirkend zum 01. Januar 2026 für Privathaushalte mit 80.000 Euro Brutto-Jahreseinkommen gelten.
- Pro Kind erhöht sich die Grenze um 5.000 Euro netto.
- Der Zuschuss hängt vom Fahrzeugtyp ab: vollelektrisch (BEV) oder hybrid (PHEV). Er soll für reine E-Autos mindestens 3.000 Euro betragen, für Plug-in-Hybride mindestens 1.500 Euro.
- Familien werden zusätzlich gefördert: Für die ersten beiden Kinder im Haushalt soll der Zuschuss um jeweils 500 Euro auf insgesamt maximal 4.000 Euro steigen.
- Niedrigere Einkommen werden stärker gefördert. Bei einem monatlichen Netto-Einkommen von unter 3.000 Euro ist eine Aufstockung der Förderung um 1.000 Euro vorgesehen.
- Um die Förderung zu erhalten, muss der Antragsteller das Fahrzeug über einen gewissen Zeitraum behalten. Details zur Mindesthaltedauer für Kauf und Leasing soll es bald geben.
Herbert de Vries gab den Europaabgeordneten Gieseke und Radtke mit auf dem Weg: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt eine Kaufprämie für gebrauchte Elektrofahrzeuge einzuführen. Privat möchten viele einen Elektro-Firmenwagen nach zwei bis drei Jahren erwerben. Mit so einer Kaufprämie für Gebrauchtwagen wäre der Weg frei, ID.4 und ID.7 Firmenrückläufer günstiger zu erwerben und den Privatmarkt für die Elektromobilität weiter zu erschließen.“
Anja Schmidchen-Wilhaus sagte, das muss möglichst unbürokratisch geregelt werden und die Antragsteller sollten schon bei Unterschrift des Kauf- oder Leasingvertrages eine verbindliche Zusage über die Fördersumme bekommen, die bis zur Lieferung reserviert wird.
Arne Lübben sagte, die Förderung für Elektroautos muss weiter ausgebaut werden. Dazu gehört eine bundesweite Preisgrenze für den Ladestrom an Schnellladesäulen. „Es kann nicht sein, dass der Börsenpreis für Strom bei rund 12 cent / kWh liegt und auf der Autobahn über 70 cent / kWh fällig werden.“
Friedrich Bernd-Albers sagte, mit der geplante Förderung haben einkommensschwächere Haushalte auch eine Chance in die emissionsfreie Mobilität einzusteigen.
Die Fördermittel in Höhe von rund drei Milliarden Euro reichen laut Bundesumweltminister Carsten Schneider für geschätzt 800.000 Fahrzeuge in den nächsten drei bis vier Jahren.
Nach dem politischen und fachlichen Austausch mit der Betriebsratsspitze informierten Ramona Janßen und Frank Feldmann die Gäste bei einem Rundgang in Halle 20 zusammen mit den
Bereichs-Betriebsräten Matthias Bretzler, Matthias Mememga und Maike Kruse.
Hinweis: Die Betriebsratsspitze um Manfred Wulff trifft sich unregelmäßig mit Vertretern von Landes-, Bundes- und Europaebene im VW-Werk oder auch bei der IG Metall-Geschäftsstelle Emden, um über die Belange der Arbeitnehmer am Standort Emden zu informieren und den Forderungen der IG Metall zur Förderung von Elektrofahrzeugen Ausdruck zu verleihen.